Neues Fragment: „Alles neu lernen“

In letzter Zeit landen hier kaum neue Texte, obwohl ich gar nicht so wenig schreibe. Deswegen werde ich versuchen, die kürzeren Texte, die ich in meinem Notizbuch festhalte, in irgendeiner Form hier zu veröffentlichen, sofern sie dafür geeignet sind. Den Anfang bildet dieses schöne Fragment 🙂

Der schmächtige Mann mit dem Dosenbier

Eine kleine Weihnachtsgeschichte frei nach Hans Christian Andersen.

Es war entsetzlich kalt. Grauer Schneematsch lag auf den Straßen, und Kunstlicht löste bereits die Sonne ab, die irgendwo hinter der Wolkendecke unterging. Es war der letzte Abend im Jahre, Silvesterabend. In dieser taghell ausgeleuchteten Kälte ging auf dem Bürgersteig ein schmächtiger armer Mann mit bloßem Kopfe und löchrigen Socken an den Füßen. Er hatte wohl Schuhe angehabt, als er aus seinem Schlafsack gekrochen war, aber was konnte das helfen! Es waren sehr große Schuhe. Die hatte letzten Frühling jemand am Altkleidercontainer abgestellt, und er hatte sie mit den Schnürsenkeln über seinen Knöcheln festbinden müssen, so groß waren sie. Diese Schuhe hatte der Mann verloren, als er über die Straße eilte, während ein Sportwagen mit viel Getöse vorüberjagte. Die Schnürsenkel hatten sich gelöst. Der eine Schuh war nicht wieder aufzufinden, und mit dem anderen machte sich ein streunender Hund aus dem Staube, welcher daran wohl etwas Essbares gerochen hatte.

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Neues Fragment: „Erleuchtung“

Erleuchtung

Ein Nachteil (der sich auch als Vorteil auslegen lässt) an solchen assoziationsreichen, schwammigen Titeln ist, dass man als Leser immer etwas anderes bekommt, als man sich selbst instinktiv gedacht hat. Ich wage zu behaupten, dass das Bild, um welches sich dieses Fragment dreht, absolut niemandem als Erstes zum Thema „Erleuchtung“ in den Sinn gekommen ist. Auch mir nicht, da ich selbst eine andere Vorstellung von Erleuchtung habe. Der eigentliche Ursprung des Bildes ist also nicht etwa meine unsichere Haltung gegenüber dem Überweltlichen, sondern etwas viel Trivialeres: Ich bin in Frankreich auf einem schwarzen Stein in der Sonne gelegen. Wenn ich das aber so hinschreibe, bin ich allerdings ganz froh, dass ich dem Fragment etwas mehr Tiefe geben konnte 🙂

Tipps für’s Schreiben: Ultimate Collection

Hier gibt’s meine Tipps übers Schreiben in der praktischen Übersicht. Wie du siehst, folgen sie einer strengen Chronologie: Von den ersten Ideen übers leere Blatt bis zum vollen Blatt, dann zu den weiteren vollen (und zerrissenen) Blättern und dann… na ja. Ich hoffe, du hast etwas davon und kannst vor allem die Motivation mitnehmen, regelmäßig zu schreiben! Denn – gib’s zu – das solltest du eigentlich gerade tun, anstatt nach Tipps zu surfen 😉

Schreib-Tipp #10: Episch, pathetisch, nervtötend

Vielleicht hast du literarisch Großes vor. Eine weltbewegende Geschichte geht dir durch den Kopf, ein Höhepunkt mit Herzinfarkt-Risiko, eine Hauptfigur, die mehr Leid erfährt als Musikliebhaber in einem Pop-Konzert. Toll! Pass nur auf: Wenn du in der Überzeugung schreibst, deine Story werde den Leser zutiefst erschüttern und bewegen, erreicht dein Text wahrscheinlich das genaue Gegenteil: Langeweile. „Schreib-Tipp #10: Episch, pathetisch, nervtötend“ weiterlesen