Schreib-Tipp #6: Von trockenen Sätzen und Wort-Ballast

„Es war eine schöne Nacht. Viele glitzernde Sterne standen am schwarzen Himmel. Warmer Wind blies sanft in das rauhe, gezeichnete Gesicht des alten Mannes, als er aufblickte. Sein hölzernes Boot wippte leicht auf und ab, wann immer es von einer der kleinen Wellen erfasst wurde.“

Mal ehrlich: So bekommt jeder einen Roman voll. Nur wird der nach wenigen Seiten stöhnend weggelegt. Irgendwie erfüllen die vielen Wörter also nicht ihren Zweck – eigentlich sollten davon doch die schwachen Nomen und abstrakten Verben interessanter werden? Viele Menschen schmücken ihre Texte intuitiv auf diese Weise. Die Adjektive, Adverben und sonstigen Ballast-Wörter sind „Schreib-Tipp #6: Von trockenen Sätzen und Wort-Ballast“ weiterlesen

Schreib-Tipp #5: Die Kunst, (nicht zu früh) loszulassen

Nachdem deine kritische Seite beim Anfertigen des ersten Entwurfes mal Pause machen durfte (oder dazu gezwungen wurde), ist sie bei der Überarbeitung wieder voll gefragt. Du verbesserst dich unermüdlich durch das Buch, verwirfst Schlechtes, liest erfreut auch Gutes und bist irgendwann durch. Leider kann das Buch jetzt immer noch nicht zum Druck, denn: es geht noch besser.

Wie viele Fassungen du schreiben solltest, ist absolut individuell. Eine ist immer zu wenig, zwanzig können schon zu viel sein. Auch, ob du den Text jedes Mal neu schreiben willst oder „Schreib-Tipp #5: Die Kunst, (nicht zu früh) loszulassen“ weiterlesen

Schreib-Tipp #4: Überarbeitung will überlegt sein

Wenn dein erster Entwurf steht, lass ihn erst mal liegen, um Abstand zu gewinnen. Beim Überarbeiten sollte dir klar sein, dass nicht jede Änderung einen Text besser macht. Darum ist es wichtig, dass du immer den Überblick behältst.

Es gibt verschiedene Ebenen des Lesens: Du kannst die Rechtschreibung und Aussagekraft einzelner Worte prüfen, aber auch die Kunstfertigkeit eines Satzes. Du kannst dich fragen, welche (Re-)aktionen deinen Charakter besonders auszeichnen und welche einfach überflüssig sind. Vielleicht zweifelst du auch am Spannungsbogen der Handlung und möchtest einzelne Szenen oder Kapitel neu schreiben. „Schreib-Tipp #4: Überarbeitung will überlegt sein“ weiterlesen

Schreib-Tipp #3: Beim ersten Entwurf nicht zurückschauen!

Es kann schon mal vorkommen, dass man in einen richtigen Schreibwahn gerät und Zeile um Zeile zu Papier bringt. Aber meistens sitzt man da und rätselt, wie es jetzt bitteschön weitergehen soll. Die Versuchung ist dann immer groß, sich das bereits Geschriebene noch mal anzusehen, hier und da ein Wort auszutauschen, einen Satz durchzustreichen oder i-Pünktchen dicker zu malen. Nur, damit man irgendwie am Text arbeitet. Dabei merkt man dann immer mehr, wie schlecht er eigentlich ist, und verliert vollkommen die Lust, weiterzuschreiben.

So weit solltest du es nicht kommen lassen – lieber mal ein paar Minuten „Schreib-Tipp #3: Beim ersten Entwurf nicht zurückschauen!“ weiterlesen

Schreib-Tipp #2: Es gibt keine Schreibblockaden

Die leere weiße Seite – oder das leere weiße Textdokument – sind für viele eine ziemliche Hürde. Sie sitzen mit einer zündenden Idee davor und bringen keinen Satz zustande, weil unendlich viele Gedanken gleichzeitig um die richtigen Worte ringen. Oder können kein Wort schreiben, weil jeder Einfall sofort kritisch auseinandergenommen und verworfen wird. Da hilft nur eines: „Schreib-Tipp #2: Es gibt keine Schreibblockaden“ weiterlesen

Schreib-Tipp #1: Die besten Ideen kommen dann, wenn man sie vergisst

Ein Spaziergang im Park, ein paar Blätter, deren Tänzeln dein Geist nachhängt – und plötzlich ein klarer Gedanke: Nach wenigen grübelnden Metern verweht. Sätze, die aus einem verblassenden Morgentraum in dein Bewusstsein fahren: Verflogen, sobald du dir die Augen reibst. Große Erkenntnisse, die sich im beiläufigen Sprechen vor dir entfalten: Im Gedächtnis mit dem übrigen Smalltalk verschmolzen. Ich will gar nicht wissen, wie viele grandiose Einfälle „Schreib-Tipp #1: Die besten Ideen kommen dann, wenn man sie vergisst“ weiterlesen

Eine neue Kurzgeschichte

Einer seltsamen Dämmerungs-Vorstellung entsprungen, erzählt die Geschichte vom Wesen und vom Ende der Zivilisation. Während mich der durchlebte Geisteszustand des Protagonisten selbst ein wenig befremdet, glaube ich, dass seine Zweifel jedem Menschen grundeigen sind und auch einmal beleuchtet werden müssen. Ob mir das gelungen ist, kannst du ja selbst entscheiden:

Arc de Triomphe (Kurzgeschichte)

Dem Texterlebnis ist es zuträglich, mit Chopins vierter Ballade vertraut zu sein – einem der größten Klavierstücke, die je geschrieben wurden. Ich wünsche eine gute Leseerfahrung sowie einige Denkanstöße und bedanke mich herzlich für’s Lesen 🙂

 

Künstliche Intelligenz? Was ist das?

In meinem Buch „homo connectus“ spielt ein intelligenter Zentralrechner eine große Rolle. Natürlich ist für uns die Steuerung der Gesellschaft durch eine künstliche Intelligenz noch Zukunftsmusik. Aber Forscher haben bereits große Fortschritte im Bereich des „Machine Learning“ und der neuralen Netzwerke gemacht und legen gerade die Grundlagen für große zukünftige Erfindungen. Wenn du dich für den aktuellen Stand der Dinge interessierst, solltest du dir diesen Kurs der Stanford-Universität ansehen. Er ist ziemlich zeitintensiv, vermittelt aber umfassendes und aufbauendes Wissen über unser Verständnis von künstlicher Intelligenz. Danach kannst du im Idealfall selbst kleine (oder große) neurale Netzwerke programmieren. Wer weiß – vielleicht schreibst du ja die erste echte künstliche Intelligenz der Menschheitsgeschichte 😉