Eine Reise

Der Wind hat meine Schritte von den Dünen geweht
und die Dünen zerfegt, auf denen meine Schritte waren.
Er zerrt an den staubdurchsetzten Stoffetzen, die mich bedecken
und löst mich heraus, bis sie entleert in den Sand sacken.
Meine Gedanken liegen in den Wehungen verstreut
oder schmirgeln mir das Gesicht ab, bis ich brenne
Meine Hoffnung ist in Schweißperlen zerflossen
und in Höhen zerdampft, die ihr immerhin gerecht werden können.

Ich kann nicht vergessen, wohin ich will, aber auch nicht wissen, wohin ich gehe
stolpere falle krieche
Ich kann nicht vergessen, woher ich komme, aber will nicht wissen, was ich trage
wälze leugne vergötze

Ich drücke deine Augen in den Sand, der mich beerdigt
und sehe in der Schwärze deinen Blick verloren schimmern.
Ich atme dein Gesicht ein, kratzend staubig heiß und formlos
bis Erinnerungen meine tote Lunge überfüllen.
Meine Gedanken platzen in den Kapillaren
und sind an ihrem Ende, sind im heißen Sand zerronnen.
Meine Hoffnung ist, dass ich bald nichts mehr spüre
von gnadenlosem Fieber, irren Kreisen und der treibend fernen Sonne.

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